08.10.2015

Kreismitgliederversammlung "25 Jahre grüne Kreistagsarbeit" mit Helmut Donath und Hubert Illig

Helmut Donath erzählt und berichtet
Helmut verfügt über umfangreiches Archivmaterial aus einer spannenden Zeit, darunter  befinden sich ab Januar 1990 die Protokolle  des zentralen „Runden Tischs“ Berlin.  In Luckau wurde in unmittelbarer Nachbarschaft der FDJ ein „Grünes Büro“ bezogen.  Am 9.2.1990 wurde die Grüne Partei in der DDR auf ihrem 1. Parteitag  in Halle formell gegründet. Am 15.2.1990 folgte die Gründungsveranstaltung der Grünen auf Luckauer Kreisebene mit ca. 15 Mitgliedern. - Luckau war bis 1993 Kreisstadt des Kreises Luckau. Am 6. Mai folgte die Kommunalwahl. Von 20 Kandidaten wurden 11 gewählt. Am  18. Mai gab es auf Kreisebene Gespräche über die Bildung einer Fraktionsgemeinschaft aus Bauernpartei, Bauernverband, Bündnis 90 und Grüne.  Mit 12 von 40 Abgeordneten stellten sie schließlich die stärkste Fraktion. Der Fraktionsvorsitzende trat jedoch bald zur SPD über. Helmut wurde nun zum Fraktionsvorsitzenden und Oppositionsführer im Kreistag.
Die Arbeit im Kreistag war harmonisch. In Zusammenhang mit der Planung des Naturparks Niederlausitzer Landrücken kam es jedoch zu einem Misstrauensantrag  gegen einen Dezernatsleiter und stellvertretenden  Landrat mit anschließendem Untersuchungsausschuss. Der Förderverein des Naturparks wurde 1991 gegründet. 1993 kam es im Kontext der Kreisgebietsreform zum Showdown. Der Kreis Luckau stand vor der Fusion mit seinen Nachbarn.  Der Naturpark sollte damit an den Rand des neuen Großlandkreises rücken und zudem mit einem zweiten Naturpark in Gründung (Dahme-Heideseen) konkurrieren.  Dennoch gelang es gegen den Willen des Landrats mit satter Kreistagsmehrheit  den Naturpark Niederlausitzer Landrücken durchzusetzen. Die Nachbarkreise schlossen sich an.

 Dr. Hubert Illig erzählt und berichtet
Helmut zeichnet sich durch kontinuierliche Arbeit mit den Grünen und mit grünen Themen aus, bei der er durchgehend im Mittelpunkt der Verantwortung und Pflichtempfindung stand. Die gemeinsame Arbeit begann schon lange vor der Gründung der Grünen in Luckau. Im Mittelpunkt standen zwei  Probleme, die für Naturinteressierte im Raum Luckau gigantische Dimensionen annahmen. Dies waren ökonomische und ökologische Fragen in Zusammenhang mit den immer größeren und industrieartigeren Strukturen und Abläufen in der Landwirtschaft und die Ausweitung des Tagebergbaus. Es ging dabei nicht um Naturromantik, sondern um zielorientierten Natur-und Artenschutz. 1966 gründeten 11 Personen den „Biologischen Arbeitskreis Alvin Arndt“. Helmut Donath trat der Gruppe ein Jahr später  mit 16 Jahren als jüngstes Mitglied bei. Als Biologielehrer kehrte Helmut in seinen Kreis zurück. Aus seinem engagierten Biologieunterricht und dem Unterricht anderer Mitstreiter gingen mehrere starke Jugendgruppen hervor. Der Arbeitskreis organisierte mehrere gut besuchte Veranstaltungen im Jahr und gab eine Zeitschrift heraus. 1976 wurde Hubert von Helmut in der Leitung des Arbeitskreises abgelöst, beide hatten ihm schließlich je 10 Jahre vorgestanden. Der Arbeitskreis hatte mit teils absurden Vorwürfen „von oben“ zu kämpfen. Eine sehr gelungene Radiosendung mit Helmut führte zu einer Änderung in der Außenwahrnehmung. In den 80er Jahren begann eine konstruktive Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben, getragen von der Sachkompetenz des Arbeitskreises.
1989 formierte sich die Grüne Partei Ostdeutschlands. Der Runde Tisch war damals die „erste Bewegungskurve“, zweimal die Woche fuhr man nach Berlin. Am 29.8.89 wurde das „Umweltzentrum“ gegründet, 1991 erhielt es ein eigenes Lokal. Ebenfalls 1991 bekam der Arbeitskreis den 1. Umweltpreis des Landes Brandenburg. Helmut wurde Leiter des 1997 gegründeten Naturparks Niederlausitzer Landrücken. Seine Frau Ruth war in allen Dingen seine Mitstreiterin.
Helmut dankt Hubert, der für ihn in vielen Dingen als Vorbild prägend war. Seine Anerkennung bedeutet ihm viel.
Lothar dankt Helmut  im Namen des Kreisverbands für all die Jahre der Tatkraft, kenntnisreichen Engagements und politisch klugen Handelns und überreicht ihm u.a. einen „Luckau-Gutschein“ und ein Gläschen Braunkohle zur Erinnerung an seine Arbeit im Braunkohlenausschuss. Als Rückkehrer in die Luckauer Region dankt Lothar Helmut auch persönlich. Denn engagierte Menschen wie er haben es vor 25 Jahren erst möglich gemacht, dass Lothar in die Heimat zurückkehren konnte - eine Heimat, deren Naturraum sie zudem bewahren halfen.

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